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Ausstellung von Erich Steininger

„Die Welt nicht abbilden...“ – in der Villa Seilern Galerie

Holzschnitte von
Erich Steininger

Ausstellungsort:
Villa Seilern Galerie
Tänzlgasse 11, 4820 Bad Ischl

Vernissage bzw. Eröffnungs-Veranstaltung:
Fr., 22. März 2013 um 19:00 Uhr

Ausstellungsdauer:
23. März 2013 bis 12. Juni 2013
täglich von 09:00 bis 21:00 Uhr
(die Ausstellung konnte auch von externen Gästen besucht werden)

Video_Vernissage-Ericht-Steininger
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Die Ausstellung:

Im Mittelpunkt der Villa Seilern Galerie steht ein Ausschnitt aus dem umfangreichen grafischen Werk von Prof. Erich Steininger. Zu besichtigen gibt es Holz­schnitte aus den 1970iger Jahren, einen Druckstock und Arbeiten, die zwischen 2003 und 2009 entstanden sind. Drei groß­formatige Holzschnittzyklen (Körperfelder, Schattenfelder, Fragmente) und das Mappen­werk „Das Dunkle weicht dem Hellen“ mit 108 Holzschnitten gedruckt mit Original­druckstöcken sind ebenfalls ausgestellt.

Impressionen vom Vernissage-Abend

Über den Künstler Erich Steininger

Der 1939 in Oberrabenthan (Waldviertel) geborene Erich Steininger ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Druckgrafiker Österreichs. Im Zentrum seines Schaffens steht seit seiner Studienzeit in Wien der Holzschnitt, mit dem er bis heute immer wieder neue Dimensionen des Figurativen, bis hin zur Transformation ins Abstrakte, schafft.

Seine Arbeiten zeigen über die Jahre hinweg eine Entwicklung von der anfänglichen Gegenständlichkeit (Figuren, Torso, Landschaft), bis zu einem scheinbar abstrakten Liniengeflecht (Auflösung und Zergliederung der Körperformen). Schön muss das Bild für Erich Steininger nur selten sein, wichtig ist seine subjektive Wahrhaftigkeit.

Daten und Fakten zum Künstler:

  • Geboren 1939 in Oberrabenthan im Waldviertel
    Atelier in Wien und Kirchbach/Rappottenstein NÖ
  • 1963-1970 Studium: Akademie der bildenden Künste Wien
  • Diverse Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Österreich und im Ausland
  • Mitglied der Xylon Vereinigung, Leiter des Dokumentationszentrums für Moderne Kunst in St. Pölten
  • 2008 erhielt Erich Steininger das „Goldene Verdienstkreuz des Landes Niederösterreich“ verliehen
  • 2010 hat das Landesmuseum Niederösterreich dem Künstler die erste große Museumsausstellung gewidmet

Über die Kunst von Erich Steininger:

Merkmale der Druckgrafik

Die Druckgrafik umfasst alle vervielfältigten, originalen Kunstwerke, bei denen die Farbe durch eine Druckform auf den Bildträger übertragen wird. Zu den Merkmalen der Druckgrafik gehören die Herstellung der Druckform durch den Künstler, der manuelle, handwerkliche Druck, der vom Künstler persönlich vorgenommen wird, sowie eine relativ kleine, in der Regel limitierte Auflage.

Die persönliche Note

Die älteste der graphischen Künste ist der Holzschnitt. Jede Zeitepoche hat ihre eigene Sprache und Symbolik. Jeder Kunstschaffende seine eigene Handschrift, Schreibweise und Literatur. Erich Steiningers besonderes Ausdrucksmittel und Kunstwerk zugleich: Der Holzschnitt – nur die Unterscheidung von Weiß und Schwarz.

Arbeiten mit dem Naturmaterial

Der Arbeitsprozess an sich, das Entwickeln der Formenvielfalt, die der Künstler aus dem Holz schneidet, bestimmt den künstlerischen Prozess. Linienzüge, Dunkel-Helligkeit, von der Gegenständlichkeit bis hin zur Abstraktion, also die Aufhebung vom klaren Figur- und Grundverhältnis, die Vernetzung und Verdichtung sind Kriterien. Aus der massiven Verästelung der Linie entstehen zarte Verflechtungen.

Das Herstellungs­verfahren der Werke von Erich Steininger:

Der Druckstock

In der Regel wird ein Holzblock so zugeschnitten, dass eine etwa 2 bis 4 cm starke Platte entsteht, deren Faser in der Richtung der Bildfläche verläuft (Langschnitt). Sie wird gehobelt, geschliffen und geglättet, bis die voll­kommen plane Fläche mit einer Grundierung, meist einer dünnen Kreideschicht, überzogen werden kann. Auf dieser Schicht wird vom Künstler die Vorzeichnung angebracht. Anschließend wird sie mit verschiedenen feinen Messern mit unterschiedlichen Schneiden und Profilen, den vorgezeichneten Linien nach umschnitten.

Am Ende bleiben die Linien und Flächen der Zeichnung als Grate Stege oder Inseln stehen.

Das Druckverfahren

Der fertige Druckstock wird mit Druckerschwärze eingefärbt. Der Druck erfolgt indem der Holzstock einem saugfähigen, leicht angefeuchteten Papier aufgepresst wird (oder umgekehrt). Beim Reiberdruck geschieht dies durch Reiben des aufgelegten Papiers mit dem Handballen; beim Bürstendruck durch das Streichen einer Bürste über das Papier.

Am häufigsten wird der Abzug jedoch mit einer Buchdruck­presse hergestellt, die einen mäßigen vertikalen Druck auf die horizontale Platte mit dem aufgelegten Papier ausübt. Nach jedem Druckvorgang muss die Platte neu eingefärbt werden.

Verwendete Holzarten

Für den Holzschnitt eignen sich nahezu alle Nutzhölzer. Meist Birne, Nuss, Erle oder Kirsche, die von den Künstlern oft selbst verleimt oder auch in relativ naturbelassenem Zustand abgedruckt werden. Gelegentlich werden auch Industriehölzer (Plattenware) verwendet.

Merkmale des manuellen Holzschnittes

  • Die Rückseite des Abzuges zeigt eine leichte Prägung, die gewöhnlich deutlich fühlbar ist. Die Linienstege sind leicht in das Papier eingedrückt, was den Holzschnitt von allen Flachdrucken unterscheidet.
  • Beim Handabzug wird das Papier auf der Rückseite durch den Reiber leicht glänzend (Reiberspuren).
  • Durch den geringen Kraftaufwand mit dem der Abdruck von einem Holzstock erfolgt, zeigt der Abzug keinen Quetschrand. Er unterscheidet sich dadurch von jedem Tiefdruck.
  • Die Farbe der Linien ist auf dem gesamten Blatt gleich dicht, da die Druckfarbe auf jedem druckenden Teil gleich aufliegt. Allein die Breite und der Abstand der Linienstege voneinander geben Dunkelheit und Helligkeit.

Die Qualität

Die Drucke dürfen keine starken Quetschränder haben. Zu farbfette Drucke verschmieren Feinheiten und hinterlassen um die schwarzen Stege und Felder einen braunen Hof.

Holzschnitt-Techniken

Flächenschnitt, Weißlinienschnitt, Schwarzlinienschnitt, Schrotschnitt, Holzstich (Xylografie)

Die Geschichte des Holzschnittes:

Die Technik des Hochdrucks zählt zu den ältesten Verfahren der Menschheit, ihre Bildvor­stellungen festzuhalten. Der Holzschnitt ist dabei das älteste grafische Druckverfahren. Babylonier und Ägypter hatten bereits geschnittene Holzstempel und in China kannte man im 4. Jhd. sogar schon die Möglichkeit reliefartige Inschriftensteine mit Tusche einzufärben und auf Papier abzureiben.

Holzschnitt in der Kunst

Seinen ersten künstlerischen Höhepunkt erreichte der Holzschnitt in der Renaissance. Besonders Dürer hat den Holzschnitt von seiner überwiegenden Funktion als Buchillustration befreit und ihn als selbstständiges Medium eines Kunstwerks neu definiert.

In diese Zeit fallen auch die ersten Versuche des Zusammendrucks verschieden gefärbter Platten. Bei einem echten Farbdruck erhält jede Farbe eine eigene Druckplatte. Mit der Weiterentwicklung des Kupferstichs verlor der Holzschnitt jedoch seine Bedeutung als künstlerisches Ausdrucksmittel.

Revolution der Holzschnitt-Technik

Ende des 18. Jhd revolutionierte der englische Grafiker Thomas Bewick alle bisher gültigen Holzschnittregeln. Er begann als erster damit seine Motive nicht mehr wie bisher üblich in Langholz sondern in Hirnholz des Buchsbaumes zu stechen.

Weiters verwendete er andere Werkzeuge und ermöglichte damit eine differenzierte Tonabstufung, die den Holzschnitt dem Kupferstich gleichwertig machte.

Der Einfluss des japanischen Farbholzschnittes ab 1850 sowie die technische Weiterentwicklung führte zuerst die französischen Impressionisten (darunter Paul Gauguin) dann die deutschen Expressionisten (z. B. Erich Heckel und Emil Nolde) zum Holzschnitt und insbesondere zum Farbholzschnitt.

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